Woche 1 von 8

Seiteneingang der Hauptbibliothek otaniemi

So schnell kann’s gehen. Die erste Woche ist rum. Nach 5 Tagen in Finnland hält sich der Kulturschock noch in Grenzen. Man begrüßt sich hier schließlich mit „Moi!“, also fast wie in meiner norddeutschen Heimat.
Ich bin sehr dankbar, dass man sich in Finnland unter Kollegen mit dem Vornamen anredet, denn mir fällt es nicht leicht mir finnischen Namen (schon gar nicht die Nachnamen) einzuprägen, von Straßennamen ganz zu schweigen. Aber solange man sie nicht schreiben muss ist ja noch alles im Lot. (Häkkinen, Räikkönen, Kovalainen… Katajanokanranta, Nordenskiöldinkatu, Rautalammintie…)
Meine Praktikumsbetreuerinnen Irma Pasanen und Kirsi Heino arbeiten in Otaniemi in der Abteilung Informaatiopalveluosasto (information service department), die von Irma geleitet wird. Aber bald wird umstrukturiert, aufgrund der Fusion der drei Universitäten zur Aalto Universität…
Diese Woche habe ich erfahren, was die Aufgaben der information specialists und der anderen Mitarbeiter im information service department sind. Hier werden Recherchen für die Bibliotheksnutzer gemacht und auch Kurse für sie vorbereitet und durchgefürt (z.B. der Searching for Scientific Information course). Außerdem sitzen in dieser Abteilung Mitarbeiter, die Dinge wie das Noppa-Portal auf die Beine stellen.
Desweiteren habe ich im lending department geholfen. Ich habe zu selten entliehene Bücher aus den Regalen gefischt, andere Bücher mit RFID-Chips versehen und eingestellt, wobei für mich recht ungewohnt war, dass an den Buchrücken nicht die Zahl der Klassifikation zu sehen war, nach der die Bücher hier geordnet sind. Statt dessen sind dort verschiedene Farbkombinationen zu sehen, die es einfacher machen, Bücher zu entdecken, die im falschen Regal stehen bzw. verhindern, dass man sie versehentlich falsch einordnet. Das menschliche Gehirn verdreht Zahlen ja sehr gerne. Meins verdreht aber auch gerne mal Farbkombinationen, was mir aber sofort auffällt, sobald das eingestellt Buch dann im falschen Regal steht. Die Klassifikationsnummern stehen auf der Innenseite des Buchdeckels. Danach wird alphabetisch nach ersten drei Buchstaben des Autorennachnamens oder des Titel sortiert, allerding wird das finnische Alphabet gegen Ende einwenig tricky: A, B, C, […] V=W, (also: Vaa, Wal, Ver, Whi, Wil, Vog, …) X, Y, Z und dann weiter mit Ä, Ö und dem eigentlich schwedischen Å. Meine geliebten Individualsignaturen der ZLB habe ich ja schon im ÖB/WB-Praktikum in Tempelhof-Schöneberg vermisst.