Ordnung muss sein (Woche 6 von 8)

Detail des Pohjola-Hauses
Detail der Fassade des Pohjola-Hauses in der Aleksanterinkatu

In der vorvorletzten Woche meines Praktikums habe ich in der Hauptbibliothek in Otaniemi an zwei Projekten gessen.
Das erste: Nachdem die Bibliothek von einem Unternehmen kistenweise Bücher geschenkt bekam, habe ich im Bibliothekskatalog recherchiert ob die Bücher bereits vorhanden waren. Wenn ja, habe ich das selbe im Katalog der finnischen National Repository Library (siehe Woche 5 von 8) getan. Hatte die das Buch auch schon, kam es in den Vorrat für den nächsten Bücherverkauf. Bis auf einen kurzen Stromausfall, lief das Ganze reibungslos.
Und das zweite Projekt: Mit Notebook und Barcodelesegerät bewaffnet ging ich ins Magazin, um Textdateien (für jede Klassifikationsgruppe eine) mit den Medienummern der Bücher zu erstellen. Anhand dieser Listen wird später festgestellt werden, ob einzelne Bücher an der falschen Stelle stehen (auf den älteren Büchern kleben leider keine Signaturen), vermisste Bücher wieder an ihrer Stelle stehen (die Platzhalterpappen, wie sie in der ZLB in den Regalen der Magazine stecken, sind hier bisher umbekannt), oder ob Bücher, die bereits makuliert wurden, fälschlicherweise wieder in den Regalen gelandet sind. Was ebenfalls problemlos zu schaffen war. Nur ist auch hier einmal der Strom ausgefallen.
Da das Magazin im Kellergeschoss liegt, und somit keine Fenster hat, stand ich diesmal im Dunkeln. Naja, fast. Der Akku des Notebooks war zum Glück aufgeladen und der Bildschirm sorgte schon noch für ein wenig Licht. Da ich hoffte, dass der Strom schnell wieder zurückkehrt, wie zuvor oben im Büro, beschloss ich, erstmal weiter zu arbeiten. Das Barcodelesegerät lies sich auch einigermaßen als Taschenlampe zweckentfremden. Doch leider lies der Strom auf sich warten.
Da sowieso fast Feierabend war, machte ich mich – dem zur Tür rennenden Männchen auf der grünen Sicherheitsbeleuchtung folgend – auf den Weg den Keller zu verlassen. Als ich die Tür zum hellerleuchteten Treppenhaus öffnete, fragte ich mich ob der Fahrstuhl wohl auch so gut mit Strom versorgt wurde wie das Treppenhaus.
Tatsache. Dann konnte ich den Wagen, den ich dabei hatte, um das Notebook darauf abstellen zu können, zurück an seinen Platz im zweiten Stock bringen. Ordnung muss schließlich sein – auch im Dunkeln. Um den Wagen zum Fahrstuhl zu bekommen, musste ich jedoch vom grün beleuchteten Fluchtweg abweichen und zwischen den dunklen Regalen hindurch. Also schaltete ich das Notebook wieder an, um wenigstens etwas Licht zu haben. Es ist schon einwenig gruselig, so alleine durchs düstere Magazin zu laufen. Aber wenn irgendein Monster um die Ecke gekommen wäre, hätte ich es ja mit dem Barcodelesegerät blenden können.